Vielleicht auch noch ein paar Gedankenanstöße basierend auf meinen Überlegungen. Ich stand vor 2-3 Jahren vor der selben Entscheidung, was ich mir hole. Ausgangslage war, dass mich mein 718 Spyder auf der Landstraße nicht glücklich gemacht hatte. Ich wollte mehr ans Limit gehen, deswegen Rennstrecke, gleichzeitig aber ein vergleichbar schnelles Auto haben. Budget fürs Auto um die 50-60k€ und im Hinterkopf, dass ich wohl noch mal einiges für Umbauten investieren muss.
Meine Devise war: damit es auf dem Track Spaß macht, darf mir das Auto nicht zu schade sein. Verschleiß- und Reparturkosten dürfen auch nicht den Spaß nehmen, ansonsten fährt man immer mit angezogener Handbremse oder Hintergedanken (Als Beispiel: Ein GP Trackday im M2 kostet grob 2.000€ all in). Den 718 Spyder wäre ich z.B. nie auf dem Track gefahren, weil man dann an Wiederverkaufswert, PZ-Servicekosten etc. denkt, hätte ich schlichtweg keinen Spaß dabei gehabt.
Gleichzeitig wollte ich ein Auto haben, wo ich davon ausgehe, dass ich es nicht bald wieder austauschen muss. Dass mir Track fahren Spaß macht und ich es längerfristig machen möchte, habe ich einfach angenommen. Damit war für mich die Grunddevise: Grunddesitn, Motor, Getriebe, Antriebskonzept, Gewicht müssen passen, den Rest kriegt man (wenn auch nicht günstig), umgebaut.
Ich hatte folgende Überlegung zu den Autos:
- Megane RS Trophy (Geiles Design, gute Bremsen, gute Gene für den Track. Später verworfen, weil Motor und Getriebe schon eher am Limit sind)
- BMW M2/M3/M4 G-Serie (verworfen, da eigentlich über Budget und wirkliches hohes Gewicht für den Track)
- Porsche 718 Cayman / GT4 (fährt in der Serie schon gut auf dem Track, minimale Anpassungen und man ist richtig schnell. Aber der Porschevorteil von Werterhalt verschwindet, wenn man nicht im PZ ist (das wird dann richtig teuer) oder es als reines Tracktool verwendet. Den 2.5 GTS fand ich ganz interessant, aber preislich habe ich da auch nichts gutes gefunden. Unter GT4 funktioniert auf dem Track, aber dann gibt es schon noch ein paar Verbesseungswünsche, also bleibt es nicht Serie)
- Yaris GR (Geiles Konzept, aber HS war für mich eher raus und für GP Strecken mangelt es in der Serie etwas an Leistung)
- Supra (wie du selber schreibst, preislich teurer als M2, sonst vergleichbar als Basis. Allerdings weniger bekannt und somit nicht die gleiche Menge an Tuningteilen und Umbauerfahrungen für den Rennstreckeneinsatz)
- RS3 war für mich raus, da ich den Vorgänger 8V hatte (Geiler Motor, aber für den Track etwas laggy. Bremse nicht stabil. Getriebe schaltet nervig und teilweise etwas langsam oder wie es will. Die Allradsteuerung war supotpimal). Der 8Y ist sicherlich besser geeignet, fährt sich deutlich dynamischer.
- M2/M3/M4 F-Serie (sehr stabiler Motor und Getriebe - selbst mit Leistungssteigerung, etwas schwer, aber mit ein paar Umbauten kriegt man deutlich Gewicht raus, Bremse längere Zeit ausreichend, massig Tuningsteile für Rennstreckenumbauten)
Am Ende ist es bei mir der M2 geworden, in den erstmal 12k Umbaukosten gegangen sind, dass er gut fährt. Okay, später bestimmt noch mal 20-30k, aber das war dann nicht mehr notwendig, eher optional. Dann ist man allerdings locker auf GT4 Niveau vom Gesamtpreis, aber auch von der Fahrperformance.
Ich würde mir mal ein paar Videos vom Misha angucken und mir auch seine Meinung anhören. Teilweise siehst du auch, wie Autos in verschiedenen Stufen auf der Nordschleife funktionieren.
Versuch dir ein Bild zu machen, wie viel du zukünftig umbauen willst. Wenn du erwartest, dass es relativ extrem wird, ist es egal ob das Auto schon gute Sitze, eine okaye Bremse, ein okay Differential, schicke Felgen hat, denn am Ende fliegt die Hälfte eh raus und wird ersetzt. Fährst du nur Nordschleife oder auch GP Strecken, dann wird Leistung noch mal interessanter.
Am Ende kriegt man jedes Auto für den Track hin, wenn man genügend Geld investiert. Gleichzeitig gibt es gute Gründe, warum man manche Autos häufiger sieht als andere.
Viel Erfolg beim Suchen und Entscheiden
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Registriert: Di 16. Sep 2025, 16:09